Upcycling Kunst und Recycling Kunst von Bia Wunderer

English version

 

18.06. – 18.07.2019

Upcycling Kunst und Recycling Kunst – Kunsstoffe werden Kunst-Stoff

Tapisserien von Bia Wunderer https://www.biart.de/tapisserie.php

Plastik wird, außer Kontrolle geraten, über die Welt verstreut.

Bia Wunderer sammelt die Teile ein und dreht die Abwärtsspirale ‚Ästhetik – Gebrauch – Müll – Chaos‘ wieder um zu ‚Recover – Bearbeitung – Ordnung – Ästhetik‘.

 

Youtube Video – Vernissage

Fotos von der Vernissage und der Ausstellung

Upcycling und Recycling Kunst

Ist das Kunst oder kann das weg?

Upcycling Kunst und Recycling Kunst. Auf keinen Fall! Recycling, aus achtlos weggeworfenem Abfall etwas Neues zu verwandeln, ist ein Trend, der im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltigen Bestand hat. Doch wenn aus altem Zeug ein neues Produkt von viel höherem Wert entsteht, wird dies als Upcycling bezeichnet. Das reicht von Gebrauchsgegenständen bis hin zur Kunst – Kunst aus Plastik sozusagen.

Der Upcycling Kunst hat sich die Künstlerin Bia Wunderer mit Leib und Seele verschrieben. Mit ihren Unikaten tänzelt sie an Grenzen und schreitet manchmal auch über sie hinaus. Grundlage von Bild und Design sind ein faszinierendes, lebhaftes Farbenspiel, das den Betrachter gefangen nimmt. Das Grundelement fast aller Kreationen sind Streifen. Reduziert auf die Schlichtheit der einfachsten Form, erlauben Streifen es den Farben von Inhalt und Bedeutung loszulassen und dafür miteinander zu agieren.

BiArt – Kreationen sind Bilder, recycling Kunst und Gebrauchsgegenstände in einem.

Kunststoff wird Kunst – Stoff

Die von Plastik vermüllte Welt dreht sich mit (Massen)Produktion und Müllbergen im Kreis. Oder treffender gesagt: spiralförmig abwärts. Es beginnt mit Ästhetik und Design, erliegt dem Gebrauch und endet schließlich in Müll und Chaos. Bia Wunderer kehrt den üblichen Werdegang des Plastik ins Gegenteil: Auf Recover und Ordnung folgt Design und Bearbeitung. Das Ergebnis ist Ästhetik. Die Umgestaltung zur Kunst aus Plastik ist kein schneller Prozess. Dahinter steckt intensive Arbeit. Slow Art, wenn man so will.

Die Recycling Kunst von Bia Wunderer ist somit nicht nur wertvoll für die Umwelt, sondern gibt ihr Ästhetik zurück.

Sehen Sie der Künstlerin über die Schulter: Making of – „Es grünt“

Besuchen Sie auch die Homepage der Künstlerin Bia Wunderer.

 

Kasugallery im Interview mit Bia Wunderer

1  Was hat Sie zur Kunst gebracht…?

Ich war schon immer in der Kunst – auch Musik, Schauspiel, Design – bis ich mich für die bildende Kunst als Beruf entschieden habe.

Der Stil  – ich sage lieber die  Art –  ist in mir und wächst aus dem Tun.

2  Woher die Inspirationen:

Sie lauern überall und ich sehe dann, welche ich weiterführe, welche Skizzen bleiben oder welche ganz verschwendet werden.

3  Wie kommen Sie auf Kunststoffe, Plastik?

– Die Ausgangsebene sind textile Techniken.

– Plastik hat vielfach Textil verdrängt, fließt überall hin, ich fange es mit textilen Techniken wieder auf.

– Auch ein Widerspruch – das reizt mich.

– Weil es da ist, aber in der Vielfalt, Form und Menge (hoffentlich) immer weniger.

– Wir brauchen Verwandlung. Über die Auflösung gelangt das Material auf eine neue Ebene.

– Plastik ist ein reizvolles Material, aber wenn gebraucht, ohne Wert. Den bekommt es erst durch die Verwandlung

 

4  Warum verwenden Sie textile Techniken?

Wahrscheinlich meine weibliche Affinität dazu, auch zu den archaischen Strukturen und Techniken der Verbindung.

Das Bild ist IM Material, nicht nur auf der Oberfläche.

Bildträger und Bild sind eins, verwoben, verstrickt, verknüpft, verflochten in intensiver Verbindung von Farbe und Form.

5  Wie lange brauchen Sie für Ihre Arbeiten?

Ich zähle die Stunden lieber nicht. Zeit ist kostbar, davon ist viel in ihnen enthalten. Ich leiste mir diesen Luxus.

6  Malen Sie auch?

Zur Zeit mehr in Form von Skizzen, Studien, Entwürfen. Die Tapisserien unterscheiden sich von gemalten Bildwerken  nur in Material, Ausführung, Struktur .

7  Bei dem Material liegt die Frage nahe: sehen Sie Ihre Tapisserien als Beitrag zur Lösung von Umweltproblemen?

Quantitativ sicher nicht, obwohl sich z.B. bei den Arbeiten der Boo-Serie das Material auf eine Fläche von nur noch 1/2o konzentriert. Hab ich mal ausgerechnet, entspricht dem Tropfen auf den heißen Stein.

Qualitativ könnten sie eine Entsprechung darstellen: das Maß an Absicht, Hingabe, Phantasie, Neuordnung, Konstruktion, Komposition, Ästhetik, das ich als Individuum aufgebracht habe, lässt sich hochrechnen und würde den Unterschied machen. Ein Qualitätensprung, mehr als nur ein Quantensprung, aber nicht nur denkbar, sondern auch machbar, übertragbar auf alle Gebiete unserer Existenz. Ohne Schmarrn.

Im Sinn von Karl Valentin – Kunst ist schön, macht aber Arbeit – ist das nicht nur Spaß sondern ziemlich hochfliegende Erfüllung. Dass ich mich dabei persönlich nicht auf’s Verstricken von Plastiktüten beschränken kann, folgt daraus.

Soviel zur Philosophie, just for fun ist auch gut. Die Idee kommt vom Spielen.

8 Was reizt Sie an dem Material?

Es ist ja nicht nur nichts mehr wert, es ist lästig. Durch die Behandlung erhält es Wert und Reiz auf neuer Ebene, Bewegung durch Luft und Licht. Durch das Zerlegen entstehen einzigartige Elemente, die vorher  im Verbund nur Massenware waren. Die Langlebigkeit wird zum Gewinn.

9  Botschaft:

Sicher nicht nur eine, aber vor allem SCHAU, freu dich am Schauen.

10  Macht Kunst machen glücklich?

Was mache ich, wenn ich Kunst mache? Ich teile mich mit.

Ich bin bei mir und kann von da aus geben.

Und das macht glücklich.

11  Was heißt ‚biart‘?

Kommt einerseits, naheliegend, vom Vornamen, bin tatsächlich so getauft. Das ‚bi‘ umfasst aber auch weder-noch, sowohl-als auch.

Ein ästhetisches Objekt mit einem praktischen Nutzen schwimmt mehr in Richtung Design, ohne ihn eher in Richtung Bildwerk. Kunst umfasst für mich beides. Ich bewege mich gern dazwischen.

Bekannte Kollegen

El Anatsui und Doris Dörie Umweltaktion

 

KASUgallery,

Mo – Fr 11 bis 18 Uhr, Sa 11 bis 14.30 Uhr u.n.V.

U-Bahn Station: Odeonsplatz oder University
Theresienstr.19, Eingang Fürstenstr. 80333 München, Tel. 089 – 28787615,

 info@kasugallery.com,       www.kasugallery.com

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Werbung nur für Künstler: Kasugallery, get connected

 

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Susanne Stelzl

Comments

  1. […] Deutscher Text […]

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