Kasugallery im Interview mit Michael Griesbeck

Mixed Media on canvas

Please, scroll down for english version

Michael Griesbeck, Künstler, Mixed Media

Dein eigentlicher Beruf hat ja nichts mit Kunst zu tun. Wie kamst du zur Kunst?

Eine sehr berechtigte Frage muss ich gestehen, denn obgleich ich Wirtschaft studierte und nunmehr den technischen Bereich eines großen Münchner Projektentwicklers leite, ist die Ausgangsbasis vermutlich ähnlich wie bei den meisten. Danach liebe ich das Kreative, das Gestalten von klein auf, so dass es früh bereits auffällig wurde, mich aber noch nicht zur Kunst brachte.

Anders verhielt es sich eher dabei, dass ich damals nie das Geld hatte, mir ein Bild zu kaufen, was mir gefiel. Immer standen wichtigere „sinnvollere“ Investitionen an. „Muss ich mir halt selber eines malen“ – dachte ich mir. Eine Max Beckmann-Ausstellung gab dann vermutlich den letzten Ausschlag. Diese, der Zeit geschuldeten, eher düster wirkenden Arbeiten, welche ich zusammen mit meinem Unternehmensvorstand besuchte, stellte ein entscheidender Wendepunkt für mich dar. Ich riskierte eine „lose Lippe“ und sagte, dass ich das auch könne – und von da an Stand ich in der Pflicht auch zu liefern.

Was gibt dir die Kunst?

Kunst ist für mich eine wundervolle Möglichkeit des Dialoges. Sie führt uns Menschen wieder ein Stück weit zusammen. Anders als die permanente Digitalisierung habe ich wieder das Gefühl im Kontext der Kunst, ein Stück weit mehr zum Menschen, wie auch zum Mensch sein zurückzufinden. Auch stellt die Kunst für mich die Möglichkeit dar, mich gesellschaftskritischen Themen auf eine sehr eigene Art zu stellen und Probleme zu bespielen und zu guter Letzt, nutze ich die Zeit als eine Art Ventil zum allgegenwärtigen, immer komplexeren Lebens“wahn“ und bekomme gar Geld dafür, anstatt es in den Psychiater zu investieren. Früher war es der Sport, nun nennen wir die „Kunst“ den  wundervollen Ausgleich.

Auch hierzu gab es ein Schlüsselerlebnis, welches ich Andy Warhol verdanke. Ich stand vor einer langen Kupferplatte und las den Preis zu seiner „Oxidation Fahne“. Diese Verrücktheit öffnete Kanäle in mir und schenkte mir unglaublichen Humor und Freiheit.

Du hast eine ganz eigene Kunst. Wie hast du sie entwickelt? Material etc.

Es reizt mich seit jeher, völlig eigene Wege zu gehen. Bereits früh wurde mir klar, dass es nicht darum geht ein ZWEITER Andy Warhol, Salvadore Dali, Wasilly  Kandinsky oder Günther Uecker zu werden. Mir war längst klar, Du musst, wenn überhaupt, der ERSTE Griesbeck sein. In die Fußstapfen der anderen zu treten ist seit jeher unfruchtbar, die eigenen zu setzen, dabei einen Wiedererkennungswert zu genieren, das ist um was mir geht. Nur so kann es zu Erfolg führen und letzten Endes auch Spaß und Nachhaltigkeit garantieren. So also begann ich zu experimentieren, zu transformieren und Synthetisieren. Ich begann Bio-Linsen einzuspachteln um diese mit der Flex auf der Leinwand wieder plan zu schleifen, spannte Seile um diese in der Anmutung von Baustahlmatten zu verrosten und.. und…und.

Machst du auch Auftragsarbeiten?

Ungern, denn es macht unfrei und doch „ja“. Im Moment arbeite ich an einem bestellten „Noodles“ Format 150 x 120.

Wo hattest du bereits ausgestellt und was hast du in naher Zukunft geplant.

Nun eine meiner ersten Ausstellungen war bei Dir, bei Kasugallery. 😉 das ist lange her und dennoch eine Art wundervolle Initialisierung, der Griesbeck mitten in Schwabing. Herrlich.

Derzeit findest Du mich beispielsweise in der Galerie Frey in München/Germering oder auch in Schwabing in der Clemenstraße bin ich mit rd. 8 – 10 Arbeiten verteten, (dort machen wir zudem bald wieder eine Vernissage, Du findest mich selbstverständlich auch hier in den heiligen Hallen der Optima-Firmengruppe mit rd. 10 Arbeiten, wie auch zeitglich bei desingnfunktion in Murnau. Aktuell haben wir die Artmuc hinter uns und  bereiten doch schon auch die November-Artmuc vor.

Zudem sind über den Sommer ist zudem eine weitere Einzelvernissage in den neuen Geschäftsräumen eines großen Familienunternehmens wie auch eine Gemeinschaftsausstellung am Ammersee geplant.

Und den derzeitigen Höhepunkt stellt im Februar des kommenden Jahres die ART Karlsruhe gemeinsam mit einer Mannheimer Galerie dar. Du siehst, da kommt noch eine Menge auf uns zu.

Wer kauft deine Kunst und wo kann man sie sehen?

Die meisten meiner Arbeiten sind in meinem Geschäftsumfeld zu sehen und wurden dort auch gekauft. Auch wenn Internetplattformen von mir bespielt werden und auch daraus bereits Verkäufe zu Stande kamen, so ist es in erster Linie, das kaufkräftige Immobilienklientel, welches mich berufsbedingt umgibt.


Was sind deine  Ziele?

Ich durfte über die Jahre feststellen, dass die Menschen, die einen Sinn für Kunst haben, egal ob schaffend oder sammelnd, eine eigene Gattung sind. In der Regel nehme ich diese als friedfertig, gebildet und sehr sozial wahr. Im Kreise dieser Menschen möchte ich gerne alt werden, möchte Bilder malen, in der Sonne Rotwein trinken und über das Leben philosophieren. Sollte es mir darüber hinaus gelingen, mit eigener Kunst, Reisen zu finanzieren, in andern Ländern Ausstellungen zu geben, dann würde ich sagen, habe ich mein Ziel erreicht.

Hast du Künstler – Vorbilder?

nein, ich habe keinen konkreten Künstler als Vorbild, insbesondere nicht Warhol. Mich fasziniert eher, was die Gesellschaft in ihm sah und welche unglaublichen Gegenwert eine Idee erzielen kann, wenn jemand auf kupferbedampfte Leinwände pinkelt. (nicht unter 2 Mio. $ nur für eine so abgefahrene Idee).

 

Spannend fand ich ab einem gewissen Zeitpunkt vielleicht Jackson Pollock, obwohl mir sein damaliges Verhalten missfällt. Sein Weg und seine Rahmenbedingungen hingegen fand ich interessant und auch nachvollziehbar bis hin zur Interpretation, dass Amerika im Kalten Krieg ein Gegengewicht selbst im Sektor Kunst, den gegenständlichen Malern der UDSSR,  gegenüber benötigte und auch inszenierte. Ich für meinen Teil nutze die durch Pollock bekannt gewordene „Dripping-Technik“  als eine Art Stilmittel, als additive Metapher zu der Anspielung mit den Baustahlmatten. „Denn wenn wir so weiter machen und bauen und die Preise treiben und die Stadt noch mehr verdichten wird der einzelne höchstwahrscheinlich auf der Strecke bleiben oder eben an die „Wand klatschen“ und straucheln, wie eben Jackson Pollock.“ Diese meine Aussage findest Du ein gutes Stück weit in meiner Serie under construction.

 

Wenn überhaupt gefällt mir Günther Uecker und da seine Nagelbilder und somit das Thema Nägel belegt ist, kam ich ein Stück weit zu den Seilen und es entstanden die „ropes“, die noch lange nicht am Ende sind.

Mehr über Michael Griesbeck:

www.michael-griesbeck.com

google Suche über Michael Griesbeck

Instagram

 

Wir bedanken uns für das ausführliches Interview und freuen uns auf deine nächste Mixed Media – Michael Griesbeck  Ausstellung bei uns im Februar 2019 in der Kasugallery in München.

 

Werbung nur für Künstler: Kasugallery, get connected


 

Michael Griesbeck, artist, mixed media

Your actual profession has nothing to do with art. How did you come to art?

I must confess a very legitimate question, because although I studied economics and now head the technical department of a large Munich project developer, the starting point is probably similar to most. After that, I love the creative, the design from an early age, so that it was already noticeable early on, but did not bring me to art yet.

It was rather different that at that time I never had the money to buy a picture, which I liked. There were always more important „more meaningful“ investments. „Do I have to paint one myself“ – I thought to myself. A Max Beckmann exhibition was then probably the last rash. These time-consuming, rather gloomy-looking jobs that I attended with my board member represented a crucial turning point for me. I said I could do that too – and from then on I got into the duty to deliver.

What does art give you?

Art is a wonderful way of dialogue for me. It brings us humans back together a little bit. Unlike the permanent digitization, I have the feeling again in the context of art to find a way back to being human as well as human being. Also, for me, art represents the opportunity to confront social critical issues in a very own way and to play problems and, last but not least, I use the time as a kind of valve to the ubiquitous, increasingly complex life „delusion“ and even get money instead of investing it in the psychiatrist. It used to be sport, now we call the „art“ the wonderful balance.

Again, there was a key experience, which I owe Andy Warhol. I stood in front of a long copper plate and read the award for its „Oxidation Flag“. This craziness opened channels in me and gave me incredible humor and freedom.

You have a very own art. How did you develop it?

Material etc. It has always appealed to me to go my own way. It soon became clear to me that it was not about becoming a second Andy Warhol, Salvadore Dali, Wasilly Kandinsky or Günther Uecker. It was already clear to me, you must be, if at all, the first Griesbeck. To follow in the footsteps of the others has always been barren, to set your own, thereby embarrassing a recognition value, that’s what I’m about. Only in this way can it lead to success and ultimately guarantee fun and sustainability. So I started experimenting, transforming and synthesizing. I began to apply Bio-lenses to grind them flat with the Flex on the canvas, tensioned ropes to rust them in the appearance of mats and .. and … and.

Do you also do commission work?

Not realy, because it makes unfree and yet „yes“. At the moment I am working on a ordered „Noodles“ format 150 x 120.

Where did you already exhibit and what are you planning in the near future.

Now one of my first exhibitions was with you, at Kasugallery. 😉 That was a long time ago and yet a kind of wonderful initialization, the Griesbeck in the middle of Schwabing. Glorious. Currently you can find me for example in the Galerie Frey in Munich / Germering or in Schwabing in Clemenstraße I am with approx. 8 – 10 work (and there we will do a vernissage again soon), of course you will find me here in the hallowed halls of the Optima group of companies with about 10 works, as well as on time at desingnfunktion in Murnau us and already prepare the November Artmuc.

In addition, there are plans for a further single-sale in the new offices of a large family-owned company as well as a joint exhibition on the Ammersee. And the current highlight in February of the coming year, the ART Karlsruhe together with a Mannheim gallery. You see, there is still a lot of us.

Who buys your art and where can you see it?

Most of my work can be seen in my business environment and was bought there. Even though internet platforms are being used by me and sales have already been made from them, it is first and foremost the affluent real estate clientele that surrounds me on a job-related basis.

What are your goals?

Over the years I have learned that people who have a sense of art, whether creative or collecting, are their own kind. As a rule, I take these as peaceful, educated and very socially true. In the circle of these people I would like to grow old, would like to paint pictures, drink red wine in the sun and philosophize about life. Should I be able to finance my own art, travel, exhibit in other countries, then I would say, I have reached my goal.

Do you have artists – role models? No, I do not have a concrete artist as an example, especially not Warhol. I’m more fascinated by what society saw in it, and what incredible value an idea can have when someone pees on copper-coated canvases. (not less than $ 2 million just for such a crazy idea).   At some point I found Jackson Pollock exciting, although I do not like his behavior at the time. On the other hand, I found his way and his framework to be interesting and comprehensible up to the interpretation that in the Cold War America needed and even counterbalanced itself in the art sector, the figurative painters of the USSR. For my part, I use the „dripping technique“ made famous by Pollock as a kind of stylistic device, as an additive metaphor to the allusion to the reinforcing steel mats. „Because if we go ahead and build and drive the prices and make the city even more dense, the individual will most likely fall by the wayside or just clap on the wall and stumble, just like Jackson Pollock.“ You find this my statement good piece far in my series under construction.   If anything I like Günther Uecker and since his nail pictures and thus the topic of nails is occupied, I came a bit far to the ropes and it created the „ropes“, which are far from over. More about Michael Griesbeck: www.michael-griesbeck.com google search about Michael Griesbeck Instagram   We thank you for the detailed interview and look forward to your next Mixed Media – Michael Griesbeck exhibition with us in February 2019 in the Kasugallery in Munich.

Advertising only for artists: Kasugallery, get connected

 

 

 

Share

Susanne Stelzl

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen