Kasugallery im Interview mit Bianca Artopé

Bianca Artope´- Digital Collagen, mixed media

Kasugallery im Interview mit Bianca Artopé,
Digitale Collagen – Mixed Media

 

Was gibt dir die Kunst?

Bianca Artopé – Digitale Collage

Die Kunst gibt mir die Möglichkeit, mich hauptberuflich mit den großen philosophischen Fragen des Lebens oder auch politischen Themen auseinanderzusetzen. Das empfinde ich als großes Geschenk und unglaubliche Freiheit. Interessante Fragestellungen für mich zu durchdenken und künstlerisch umsetzen, erfüllt mich. Auch wenn es nicht immer eine klare Antwort gibt, so lohnt es sich doch, die richtigen Fragen zu stellen.

 

Inwiefern hat Deine Ausbildung als Architektin Einfluss auf Deine Kunst?

Das Eine ist sicher die Affinität zum Material. Ich habe schon immer viel mit Material experimentiert – Glas, Metall, Wachs, Bitumen, Harz  – es gibt kaum ein Material, das mich nicht interessiert.

In meinen Bildern bekommt in letzter Zeit die Architektur aber auch bildlich wieder eine größere Relevanz. In meiner neuen Serie „reclaiming spaces“ geht es darum, dass die Natur sich die vom Menschen gebaute Umgebung wieder zurückerobert. Ich arbeite immer mit Überlagerung ganz verschiedener Bildelemente. In dieser Serie kombiniere ich Innenräume mit Landschaften, so dass sich Innen und Außen durchdringen und damit auch eine gewisse räumliche Irritation geschaffen wird.

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann gehe ich auch gerne mit einer Installation in den Raum. Wenn die Kunst einen ganzen Erfahrungsraum aufspannt, den man durchschreiten und mit mehr Sinnen als nur mit den Augen wahrnehmen kann, finde ich das großartig.

 

Du hast eine ganz eigene Kunst, Bianca Artopé – Digitale Collagen
Wie hast du sie entwickelt?

Ich möchte rätselhafte, tiefgründige Bildwelten schaffen. Durch die Inhomogenität der verwendeten Elemente stelle ich neue thematische Bezüge her, die dem Betrachter Interpretationsspielraum für eigene Gefühle und Assoziationen lassen.

Wahre Schönheit und schöner Schein, Idylle und Chaos können manchmal ja sehr nah zusammenliegen. In meinen Bildern verdichte ich geheimnisvolle, atmosphärische Szenerien zu einer (alp)traumhaften Anmutung. Das Verschieben der Größenverhältnisse und die Störungen der Perspektive, geben den Kompositionen etwas Surreales, mitunter auch Bedrohliches. Ich arbeite auch oft mit alten holländischen Gemälden, die ich einarbeite. So überlagern sich Zeit und Raum, Alt und Neu sowohl formal als auch inhaltlich.

 

Das übergreifende Thema meiner Arbeiten ist die conditio humana – die tiefgründigen Widersprüche des menschlichen Daseins, die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit des Handelns und das mitunter groteske Widerspiel von Freiheit, Verletzlichkeit und Zweifel.

 

Nun zur Materialität: da komme ich, wie gesagt, sehr vom Materialexperiment.

Eine ganze Weile habe ich auf Kupferlochplatten (alte Computer-Platinen) oxidiert und darauf analog collagiert. Nach und nach hat sich das Collagieren ins Digitale verlegt. Anschließend habe ich damit experimentiert, auf verschiedene Untergründe zu drucken. Das Schlagmetall als Untergrund hat mich besonders fasziniert, weil es ein unglaubliches Leuchten in die Farben bringt. Zum Schluss gieße ich meine Bilder in Epoxidharz ein. Das verleiht den Werken eine optische Tiefe und eine besondere haptische Qualität der Oberfläche.

So ergibt sich immer ein Schritt aus dem anderen, deshalb sollte man nie aufhören zu experimentieren!

 

Wo kann man deine Kunst sehen und was hast du in naher Zukunft geplant?

Sehen kann man meine Kunst in bei etlichen Ausstellungen. Seit Jahren im Frühjahr auf der ARTMUC, regelmäßig im Sommer bei den Ateliertagen in der Reismühle in Gauting und dann immer wieder bei verschiedenen Ausstellungen, zu denen ich eingeladen werde oder für die ich mich beworben habe. Diesen Sommer ist das zum Beispiel  in zwei Kirchen in Gräfelfing in der Ausstellung „Glaube-Liebe-Hoffnung – Kunst an sakralen Orten“  www.glaube-liebe-hoffnung.com und im Herbst beim fmdk im Ägyptischen Museum zum Thema „Fiktion und Fakten“.

Bei der Ausstellung Glaube-Liebe-Hoffnung bin ich mit einer Video- und einer Soundinstallation vertreten. Letztere wird in einem Beichtstuhl stattfinden. Die Bitten und Danksagungen aus Fürbittenbüchern habe ich dafür voneinander getrennt vertont und zu einer Klangcollage verdichtet.

Ich wechsle auch gerne mal das Medium, wenn ich das Gefühl habe, dass es besser passt, um das zu vermitteln, was ich ausdrücken möchte. Dann ist es gut, die Bildfläche zu verlassen und in den Raum zu gehen und die Kunst mit anderen Sinnen erfahrbar zu machen. Hier kann man die Augen schließen und seine eigenen Bilder im Kopf entstehen lassen.

Die Übersicht über meine Ausstellungen sind auch auf meiner Website unter www.artope.com zu finden. Genauso wie natürlich alle aktuellen Arbeiten. Wer in meinen Verteiler aufgenommen werden möchte, kann mir eine E-Mail schreiben und bekommt dann immer die Einladungen zur nächsten Ausstellung.

 

Wer kauft deine Kunst?

Kunst ist ja etwas sehr individuelles. Insofern kaufen die Menschen bei mir, die sich von meinen Bildern berührt fühlen. Ich nenne das gerne „Resonanzschwingung“. Ich kreiere etwas, das ganz aus mir alleine heraus kommt und sobald es auf der Leinwand ist, tritt es in Verbindung mit den Betrachtern – erst sie vollenden das Werk und tragen dazu bei, dass meine Aussage verstanden wird, und interpretieren sie gegebenenfalls auch weiter.

 

Machst du auch Auftragsarbeiten?

Ich habe schon mehrere Auftragsarbeiten gemacht, bei denen ich zum Beispiel alte Familienportraits als digitale Collagen mit Überblendungen in meiner speziellen Technik umgesetzt habe. Ein altes Schwarzweiß-Foto der Großmutter ist zum Beispiel immer ein guter Ausgangspunkt für eine Auftragsarbeit, weil das Hauptmotiv dann schon feststeht und der Auftraggeber/in einen persönlichen Bezug dazu hat. Aber völlige künstlerische Freiheit muss sein! Ohne die kommt auch nichts Gutes dabei heraus, weil die Inspiration fehlt, wenn das Korsett aus zu vielen Vorgaben zu eng wird.

 

Kann man dich auch in deinem Atelier besuchen?

Aber natürlich, da kann man gerne einen Termin vereinbaren.

Mein Atelier ist in der Reismühle in Gauting, direkt an der Würm gelegen. Besonders im Sommer ist es da wunderschön und lässt sich auf jeden Fall auch gut mit einer kleinen Landpartie an den Starnberger See kombinieren.

aktuell
8.-10. Juni 2018  sind die Ateliertage, an denen 31 Ateliers geöffnet sind. Da sollte man auf jeden Fall mal vorbeischauen! http://reismuehle.eu/ateliertage/

 

Was sind deine  Ziele?

Das oberste Ziel sollte immer sein, vor allem gute, relevante Kunst zu machen. Diese an guten Orten zu zeigen und stetig weitere Kreise zu ziehen und nach und nach mehr Menschen damit zu erreichen.

Bei der Weite der Kreise gibt es kein Limit – vielleicht erreicht der äußerste Kreis irgendwann die venezianische Küste – zur Biennale… ; )

 

Hast du Künstlervorbilder und warum?

Natürlich habe ich Künstler/innen von denen ich mich inspirieren lasse. Ich fände es aber schwierig, jetzt eine Handvoll von Künstlern zu nennen, denn das lässt dann alle anderen, die mich auch inspirieren, außen vor. Denn ich schätze auch nicht immer das ganze Œuvre eines Künstlers, sondern oft sprechen mich einzelne Werke an, weil sie eine bestimmte Aussage unglaublich gut und präzise auf den Punkt bringen, das kann eine Skulptur, ein Gemälde, ein Video oder eine Installation sein…

Ich bin auch von ganz unterschiedlichen Künstlern inspiriert, die alle in ihrem Medium, mit ihrem Material hervorragende Arbeiten machen. Das wichtigste ist, dass ein Arbeit mich berührt, dass es ganz tief drinnen wirklich etwas auslöst und mich zum Nachdenken bringt. Dann ist es für mich gute Kunst.

 

Woher nimmst du deine Inspirationen?

Für mich ist die Inspiration immer und überall vorhanden. Man saugt alles auf, was um einen herum passiert. Alles was ich sehe, lese, höre, jedes Gespräch, jede Ausstellung, jedes Theater fließt natürlich mit ein. Aber auch jede Banalität und Absurdität des Alltagslebens ist Futter für neue Ideen –  auch Dinge die einen schrecklich nerven oder empören, sind ja prädestiniert dafür, dass man dazu einen künstlerischen Kommentar abgeben möchte, um die Welt auf diese Absurdität, die möglicher Weise schon als Normalität hingenommen wird, wieder aufmerksam zu machen. Das ist ja das, was passiert, wenn sich die Inspiration von außen zur eigenen Kreativität verdichtet: es lässt mich dann einen neuen Blick auf Altbekanntes werfen und verändert die Wahrnehmung.

 

Du hast letztes Jahr einen Preis gewonnen…

Ja, das hat mich auch sehr gefreut. Es war der Preis der Curt-Wills-Stiftung in der Kategorie „Praktizierende Bildende Künstlerin 2017“. Anlässlich dieser Preisverleihung wurde ein Kurzfilm über mich und meine Arbeiten gedreht (auf meiner Website www.artope.com unter „video“ zu finden). Das freut mich insofern besonders, da es mir die Möglichkeit gegeben hat, meine besondere Technik zu erklären und sichtbar zu machen. Denn das Leuchten und die Tiefe, die ich mit dieser Technik erzeuge, läßt sich in der Abbildung auf der Website oder im Katalog nur schwer vermitteln.

Andererseits ist es ja auch schön, dass meine Arbeiten etwas haben, das man nur im Original spürt, wenn man sich davor bewegt und das Lichtspiel durch die Materialität entdec

 

demnächst
23.Juni-15. August 2018
„Glaube-Liebe-Hoffnung – Kunst an sakralen Orten“ Kunstkreis Gräfelfing  www.glaube-liebe-hoffnung.com

 

Hier findet ihr Bianca Artopé auf Facebook und hier geht es zu ihrer homepage.

 

Bianca Artopé – Ausstellungen (Auswahl):

 

2018               Kunstsalon, FMDK, Ägyptisches Museum München

Glaube-Liebe-Hoffnung, Kunst an sakralen Orten, KK Gräfelfing

ARTMUC, Praterinsel, München

 

2017               affordable art fair, Hamburg Messe

AUF DEN ZWEITEN BLICK, Üblackerhäusl, München

Atelier Alen, blue ist he new white, München

ARTMUC, Praterinsel, München

 

2016               Galerie MuniqueArt, München

Kunstsalon, FMDK, Ägyptisches Museum München

ARTMUC, Praterinsel, München

artig Kunstpreis, Galerie kunstreich, Kempten

 

2015               Kunstmesse Regensburg, Städtische Galerie

STROKE Ltd., Säulenhalle, München

Kunstsalon, FMDK, Ägyptisches Museum München

ARTMUC, Praterinsel, München

Spurwechsel, Kunstverein Gauting

 

2012-14         AK68 Große Kunstaustellung, Wasserburg

ARTMUC, Praterinsel München

H2OH! Wasserkunst, Kunstkreis Gräfelfing

Das kleine Format, Kunstverein Aichach

Ruhr Biennale, Dortmund

 

Werbung nur für Künstler: Kasugallery, get connected

 

 

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Susanne Stelzl

Comments

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